Was ist Osteopathie ?

 

Osteopathie ist eine manuelle Behandlungsform.

 

Mit Hilfe seiner Hände sucht der Osteopath nach Funktionsstörungen im Sinne von Blockierungen, Verspannungen, Verkürzungen, Vernarbungen, Verklebungen usw.

 

Diese Funktionsstörungen können sich in allen Strukturen und Geweben des Körpers befinden, also in den Gelenken , dem Bindegewebe, den Muskeln, den Nerven, den Blut-/und Lymphgefäßen etc.

An diesen Strukturen selbst können Schmerzen entstehen, sie können sich aber auch auf benachbarte Strukturen oder gar auf weiter entfernt gelegene Körperbereiche auswirken, so daß sich dann dort Beschwerden entwickeln.

 

Kann der Osteopath die Störungen, die zur Zeit die stärkste Irritation auf den Körper ausüben, positiv beeinflussen, können sich die überlasteten Bereiche erholen, die Beschwerden lassen nach.

 

Voraussetzung dafür, sich möglichst einen umfassenden Eindruck vom Zustand des Menschen machen zu können, sind sehr gute Kenntnisse des Osteopathen in den Bereichen der Anatomie, der Physiologie, der Biomechanik und der Neurologie.

 

Der Gründer der Osteopathie, der amerikanische Arzt Dr.Andrew T.Still, sagte einmal zu seinen Studenten:

"Legen Sie keine Hand an einen Patienten, bevor Sie die Anatomie unter Ihren Fingern, die physiologischen Veränderungen, die stattfinden, etwas von der Pathologie, die vorhanden sein kann und mehr als all dies kennen; eine lebende Seele befindet sich darin." (Carol Trowbridge, Andrew Taylor Still 1828-1917, Eine Biografie über den Entdecker der Osteopathie, S.237)

 

Einige Anwendungsbeispiele für die Osteopathie sind:

 

- Rückenschmerzen

- Bandscheibenprobleme

- Schulterschmerzen

- Nackenschmerzen

- Einschränkungen der Beweglichkeit

- Zustände nach Verstauchungen oder anderen Verletzungen

- Zustand nach einem Schleudertrauma

- Nervenreizzustände wie Karpaltunnelsyndrom oder "Ischias-Probleme"

 

- Probleme mit dem Kiefergelenk und der Kaumuskulatur

- Kopfschmerzen

- Schwindel

- Ohrgeräusche

- chronische Nasennebenhöhlenentzündungen

 

- Verdauungsbeschwerden

- Magenbeschwerden

- Atembeschwerden

- gynäkologische und urologische Beschwerden

- Prostatabeschwerden  

 

Osteopathie wird auch begleitend eingesetzt in der Schwangerschaft und wäh-rend kieferorthopädischer Behandlung.

 

In medizinischen Notfallsituationen, bei frischen Frakturen, bei schwerwiegenden Infektionen oder Tumorerkrankungen oder bei starken psychischen Problemen ist die Osteopathie nicht angezeigt.

Teilbereiche der Osteopathie

Man kann die Osteopathie grob in drei Teilbereiche gliedern.

Diese Einteilung ist künstlich.

Der Osteopath wird immer versuchen, alle Strukturen des Körpers in ihren wechselseitigen Beziehungen zu beurteilen.

 

 

Parietale Osteopathie:

 

Der parietale Bereich der Osteopathie befasst sich mit der Behandlung aller Störungen im Bewegungsapparat. Dies betrifft Gelenke (wie bei Blockierungen, Arthrosen etc.), Muskeln (Verspannungen, Verkürzungen, Triggerpunkte), Faszien (das Bindegewebe, welches die Muskeln und Organe umhüllt und durchzieht), Sehnen und Bänder. Selbst die Knochen versucht der Osteopath teilweise in ihrer Elastizität und Belastbarkeit zu verbessern.

 

 

Viszerale Osteopathie:

 

Hier beurteilt der Osteopath mit seinen Händen die Beweglichkeit und den Spannungszustand der inneren Organe. Die Osteopathie geht davon aus, daß sich Störungen in diesen Bereichen sowohl auf die Funktion des Organs selbst, als auch auf andere Körperbereiche auswirken kann. So sind die inneren Organe durch Bindegewebe untereinander aber auch mit dem Bewegungsapparat verbunden. Dies kann zu mechanischer Beeinträchtigung, zum Beispiel der Rippen, der Lendenwirbelsäule oder der Beckengelenke führen. Aber auch mittels der vielen Verschaltungen der Organe über das Nervensystem mit anderen Strukturen können Irritationen oder Schmerzen übertragen werden.

 

 

Kraniosakrale Osteopathie:

 

Dieses Teilgebiet bezieht sich auf die Zusammenhänge zwischen dem Schädel (Kranium) und dem Kreuzbein (Sakrum), also dem Bereich oberhalb der Wirbelsäule und dem unteren Abschnitt der Wirbelsäule. Alle anatomischen Strukturen in und zwischen  diesen Bereichen (also der Schädel selbst, die Wirbelsäule, das Becken, das Nervensystem mit umgebenden Hirn- und Rückenmarkshäuten usw.) werden mit sanften Griffen und Berührungen untersucht und behandelt.

 

 

Geschichte der Osteopathie

Im Jahre 1892, also vor über 120 Jahren, eröffnete die erste Schule für Osteopathie in Amerika. Gründer der Schule und, wie er sich selbst nannte, Entdecker der Osteopathie, war der amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917).